intercult grenzenlos im Bennohaus

Live-Tv-Sendung fand im Bennohaus statt

Emotionen, Interviews und kurdisch-arabische Rhythmen – das und mehr bot die Live-TV-Sendung “intercult grenzenlos” am Freitagabend im Bennohaus. Die zweimal jährlich stattfindende Kultursendung, die sich mit den Themen Migration und Integration in Münster auseinandersetzt, lockte rund 85 interessierte Münsteraner, aber auch Geflüchtete und Migranten selbst in das Bürgerhaus am Kanal. „Angekommen und angenommen – mittendrin statt nur dabei“ lautete das Motto der interkulturellen Veranstaltung, welche nicht nur beispielhaft aufzeigte, welche Möglichkeiten es für Geflüchtete in Münster gibt, um „mittendrin“ zu leben, sondern anhand einer Lebensgeschichte zeigte, wie Integration gelingen kann. So wurden in vielfältigen Live-Interviews, geführt von der ehemaligen Antenne-Münster Moderatorin Anina Pommerenke, verschiedene Projekte und Organisationen vorgestellt. Michael Kortenbrede, Vertreter des integrativen Modelabels Bayti hier berichtete über das Projekt eines syrisch-deutschen Modelabels in Zusammenarbeit mit einem syrischen Pärchen und deutschen Studenten. „Wir wollen keine Kunden, sondern Botschafter für eine offene und tolerante Gesellschaft“, so der Student, dessen Ziel es ist, mit dem Verkauf der Produkte unter anderem das Einkommen der beiden syrischen Mitarbeiter zu sichern. „Mein Zuhause, mein Haus“ lautet die Übersetzung für „bayti“. Ein Paradebeispiel gelungener Integration stellte an diesem Abend die 26-jährige Bushra Arnous dar. Sie flüchtete 2015 von Syrien nach Deutschland und hat in dieser kurzen Zeit bereits viel erreicht. Ihr Traum war es, ihre bemalten Leinwände, welche ihre Flucht von Syrien nach Deutschland beschreiben, in Form einer Ausstellung den Menschen nahezubringen. Und dieser Traum erfüllte sich im Oktober dieses Jahres: Ihre Ausstellung „Alpha@Omega“ ist im Bennohaus zu sehen und wurde interessierten Zuschauern am Freitagabend nach der Sendung vorgestellt. Für Bushra ist in Deutschland noch ein weiterer Wunsch in Erfüllung gegangen – ab Oktober wird sie in Münster Architektur studieren. Auch Peter Bastian setzt sich als Vertreter des Münsteraner Lokals Lieschen Müller für eine gelingende Integration in Münster ein. Er stellte sein Projekt „Stammtisch – mal in bunt“ in Kooperation mit dem WelcomeMünster e.V. vor, bei dem sich Flüchtlinge, Migranten und Münsteraner an jedem letzten Dienstag im Monat in dem Lokal trafen und einfach zusammen Zeit verbringen. Leider steht dieses Projekt momentan auf der Kippe, aber die Organisatoren kämpfen für die Fortführung. Einen Überblick über die momentanen Herausforderungen der Stadt Münster lieferte Armin Kortemeyer als Vertreter des Sozialamt Münster. Rund 700 Geflüchtete konnten in den letzten Monaten von den Flüchtlingseinrichtungen in privaten Wohnraum ziehen, auf der anderen Seite wohnen jedoch noch 2200 Menschen in den Sammeleinrichtungen. „Die Einrichtungen sind aufgrund ihrer räumlichen Enge nicht auf Dauerbezug ausgelegt,“ so Kortemeyer, „daher ist es weiterhin das Ziel, die Menschen bei der Wohnungssuche zu unterstützen und sie auch danach weiterhin zu unterstützen, beispielsweise bei ihrer Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt.“

Am Freitagabend wurde aber nicht nur über Integration gesprochen, sondern auch musikalisch und tänzerisch ein Statement gesetzt. Drei junge Schülerinnen mit afrikanischen Wurzeln, unteranderem Juliette Nkometa, tanzten zu afrikanischer Musik und setzen sich laut dem Kurzinterview mit der Moderatorin für eine „Tanzgruppe mit Mitgliedern egal welcher Herkunft“ ein. Abgerundet wurde der Abend durch den Auftritt der Band ARTA, bestehend aus dem OUD-Spieler Samir Sefok und dem Gitarrenspieler Subar Seed, welche mit arabisch-kurdischer Musik und ihrem Gesang über die Heimat das Publikum begeisterten. Die Sendung fand statt im Rahmen des Projektes „Aktion – Mein Stadtteil“ und wurde gefördert vom Bundesministerium des Innern.

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